Jetzt ist es schon eine Woche her, seit wir in Lomé am Flughafen angekommen sind. Ich bin zusammen mit drei weiteren Freiwilligen von VIA e.V. geflogen. Insgesamt entsendet VIA dieses Jahr 16 Freiwillige nach Togo (14 nach Lomé und 2 nach Atakpamé). Jede Woche fliegt eine weitere Gruppe à 4 Leute, damit die Eingewöhnung leichter fällt. Ich wohne vorübergehend mit meiner Fluggruppe zusammen in einer WG bis alle Freiwilligen in Lomé angekommen sind. Insgesamt wird es drei WGs geben (eine 5er-, eine 7er- und eine 2er-WG). Ich werde zusammen mit meiner Co-Freiwilligen Marie in der 2er-WG wohnen. Wir werden in Lomé von der Organisation ASEVEC betreut, die sich um organisatorische und persönliche Angelegenheiten kümmert. Ich werde ca. am 12.09. umziehen und dann die Nachbarin von unserem Koordinator sein.
Wir wurden am Flughafen von der früheren Fluggruppe, unserem Betreuer von ASEVEC, einigen Jungs, die unserem Koordinator helfen, und einer früheren Freiwilligen, die gerade für ein Projekt in der Stadt ist, abgeholt. Dann sind wir alle gemeinsam etwas essen gegangen. Mein erster Eindruck von der Stadt (soweit ich das im Dunkeln beurteilen konnte) war: Groß! Ich hoffe, dass ich mich schnell orientieren kann, trotz fehlender Straßennamen und nicht vorhandenem Stadtplan.
Wir wurden in der letzten Woche viel von den Leuten besucht, die uns am ersten Abend empfangen haben. Sie kommen vorbei um zu gucken, wie es uns geht und zu fragen, ob wir bei irgendwas Hilfe brauchen. Der Empfang war sehr herzlich und deswegen fühle ich mich nicht ganz so verloren in dieser fremden Stadt.
Die ersten Tage waren unglaublich aufregend und bestanden aus unzähligen ersten Malen. Das erste Mal auf dem Markt, das erste Mal Moto-Taxi fahren, das erste Mal selber Ananas-Marmelade machen, das erste Mal Wäsche waschen, das erste Mal richtiger Regen, das erste Mal selber Wasser holen, das man aus 0,5l-Plastiktüten trinkt, das erste Mal feiern gehen und natürlich das erste Mal Fufu essen bei unserem Koordinator. Fufu ist, wenn ich das richtig verstanden habe, das Nationalgericht und besteht aus Yams, der erst geschält, dann gekocht und zuletzt gestampft wird. Es wird mit unterschiedlichen Soßen serviert und schmeckt ein bisschen wie Kartoffelbrei.
Mittlerweile wagen wir uns sogar alleine aus dem Haus und erkunden schon ein wenig auf eigene Faust unsere Gegend. Davor hatten wir noch Angst und zu verlaufen und brauchten zudem Zeit um die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Bisher sind wir schon alleine Moto gefahren, waren auf dem Markt und bei der Bank.
Viele früheren Freiwilligen haben schon berichtet, dass man als Weiße/-r sehr auffällt und das ist mir in der letzten Woche auch bewusst geworden. Viele Kinder und auch einige Erwachsene rufen einem "Yovo, Yovo Bonsoir" (übersetzt "Weißer, Weißer, guten Abend") zu oder hinterher.
Es ist für mich sehr irritierend so sehr aufzufallen und ich werde mir meiner Hautfarbe dadurch immer wieder bewusst.
Wenn ich umgezogen bin und alle Freiwilligen in Lomé angekommen sind, werden wir an einem Einstiegsseminar teilnehmen und dann in unseren Einsatzstellen anfangen. Das ist aber erst in einer Woche. Es bleibt also noch genug Zeit und sich zu akklimatisieren, die Stadt ein bisschen besser kennenzulernen, sich ein wenig Orientierung zu verschaffen und sich an die Sprache zu gewöhnen.
Ich freue mich schon sehr auf die kommende Zeit und bin sehr gespannt auf meine zukünftige Einsatzstelle!
Viele Grüße aus Lomé!
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| Essen mit Chris, Bernadette, Christian, Judith (von links) Foto: Cindy |
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| Yoga auf der Dachterasse |



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