Donnerstag, 13. Oktober 2016

Die Arbeit beginnt!

Es sind wieder zwei Wochen vergangen und es ist viel passiert. Judith ist letzten Freitag nach Atakpame gezogen, was bedeutet, dass ich jetzt das Zimmer für mich alleine habe. Marie (meine Mitbewohnerin und Co-Freiwillige) und ich wissen jetzt langsam wo wir welches Essen kaufen können und fangen an ein wenig variierter zu kochen. Am Anfang bestanden unsere Mahlzeiten meist aus Reis/Nudeln/Couscous und Tomaten mit Tomatenmark. Aber zum Glück ändert sich das ja momentan. Zudem hatten wir letztens Besuch von einem togolesischen Freund mit dem ich das Gericht Piment gekocht habe. Zubereitet wird es, indem man Maniokmehl in einer Soße unterrührt. 

Wir haben mittlerweile einen Ewe-Kurs angefangen, der eigentlich von unserer Organisation VIA bezahlt werden sollte. Momentan gibt es leider ein Verständigungsproblem zwischen VIA und unserem Koordinator, was die Finanzierung betrifft. Da der Kurs schon begonnen hat, aber weiterhin unklar ist, ob die Finanzierung möglich ist, mussten wir den Kurs nach 3 Stunden vorerst pausieren.
Zudem belege ich aber einen Französisch-Kurs bei der gleichen Lehrerin, den wir zwar selber zahlen müssen, aber ich für sehr sinnvoll halte. Ich komme zwar langsam wirklich gut mit der Sprache zurecht und mein Wortschatz wächst auch zunehmend, aber ich merke, dass mir oft das grammatikalische Wissen und die Grundlagen fehlen. 

Unsere Ewe- und Französischlehrerin

Am 03.10. wurde anlässlich des Tages der deutschen Einheit eine Feier in der Deutschen Botschaft ausgerichtet. Zwar war die ganze Veranstaltung etwas skurril, aber es gab gratis Essen und Trinken. Das Hauptgericht: Schweinebraten, Würstchen, Sauerkraut und Kartoffelsalat, könnte man zwar als typisch deutsch bezeichnen, schmeckte aber weniger gut und ich als Vegetarier war von der Fleischlastigkeit eh weniger begeistert. 

Ein weiteres besonderes Erlebnis war das Fußballspiel Togo gegen Uganda, das wir uns im Stadion angeschaut haben. Die Eintrittskarten haben 1.000 CFA (umgerechnet etwa 1,50€ gekostet). Wir waren natürlich gut vorbereitet und hatten uns vor dem Spiel noch Togo Trikots gekauft. Gewonnen hat (selbstverständlich ;)) Togo mit 1:0. 


Lea und ich im Togo-Trikot ;)

Das Stadion in Lomé

Am 05. Oktober hat endlich die Arbeit angefangen. Meine Einsatzstelle nennt sich Avenir Enfance Togo und besteht aus drei Institutionen. Einem kleinen Arztzentrum (Clinique), einem Waisenheim (Centre) und einer Schule. Die Clinique und das Centre liegen direkt neben bzw. hintereinander, wobei sich die Schule etwas entfernter befindet. Die früheren Freiwilligen haben immer in der Schule und dem Heim gearbeitet. Mein Chef Benjamin hat sich aber für dieses Jahr ein neues Konzept überlegt. Marie und ich werden immer im wechselnden Einwochen-Rhythmus arbeiten. Erst immer eine Woche vormittags im Arztzentrum und die darauf folgende Woche nachmittags im Waisenheim. 

Die ersten Tage war ich immer vormittags in der Clinique und Marie nachmittags, da die Schule aufgrund einer Konferenz zur maritimen Sicherheit Afrikas erst später als üblich beginnt und deswegen die Heimkinder noch nicht vor Ort sind. Am 17.10 ist Schulanfang und dann beginnt unsere Arbeit erst richtig. 

Die Clinique besteht aus einem Eingangsbereich, einem Labor, einem Konsultationszimmer, einem Wartebereich, einer Art Rezeption mit einer kleinen Apotheke, mehreren Krankenräumen und im zweiten Stockwerk aus einem Brillenladen und einem Optiker. 
Bisher habe ich leider noch nicht viele Aufgaben übernehmen können, sondern beobachte eher die alltäglichen Strukturen. Wenn ein Patient ankommt wird immer erst eine Art Voruntersuchung gemacht, die aus Fiebermessen, Wiegen und Messung des Blutdrucks besteht. Hin und wieder durfte ich Fiebermessen oder die Leute wiegen. Zudem habe ich dem Personal an der Rezeption ein wenig über die Schulter geguckt. Meine Aufgaben bestanden darin, Medikamente zu sortieren und raussuchen, sowie Bestandslisten anzufertigen.


Avenir Enfance - Eingang Clinique 

Die Rezeption 


Diese Woche sind sowohl Marie als auch ich den ganzen Tag über im Heim. Zwar sind die Heimkinder noch nicht da, aber es kommen jeden Tag ca. 15-30 Kinder aus der Umgebung mit denen wir spielen, singen, tanzen und malen. Zu diesem Zweck wurde auch ein ausgebildeter Animateur engagiert, der die Spiele anleitet, die unter anderem die Gruppendynamik und Konzentration fördern, sowohl auch der Bewegung dienen, aber im Endeffekt einfach Spaß machen sollen. 


Bus von Avenir Enfance mit Fataou dem Animateur (rechts)



Ich freue mich schon sehr auf die Ankunft der Kinder nächste Woche und bin momentan rundum zufrieden! 


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